Life

Die Qual der Wahl: Was tun nach der Kündigung?

Nach langer Leidensphase habe ich also den Job geschmissen  (hab darüber berichtet). Ich hatte dann erwartet, an Auftrieb zu gewinnen. Voller Motivation und Tatendrang zu sein. Doch diese Phase dauerte kurz. Zwar ist die Erleichterung gross, dass ich bald nicht mehr einer Tätigkeit nachgehen muss, die mich weder erfüllt geschweige denn glücklich macht. So ganz gut fühlt sich die Kündigung dennoch nicht an. Weil ich jetzt vor der berühmten Qual der Wahl stehe.

Nach meinem Beitrag über meine Kündigung haben sich viele von euch bei mir gemeldet. Die meistgestellte Frage war – nicht überraschend – „Hast du schon einen neuen Job?“. Nein. Hab ich nicht. „Aha. Tja, was machst du dann als nächstes?“. Hab keine Ahnung. Wirklich nicht. Ich hatte einfach nicht die Ruhe, mir konkrete Gedanken über die Gestaltung meiner Zukunft zu machen. Die letzten Monate war ich hauptsächlich damit beschäftigt, den Job und den Stress zu bewältigen. Dabei kamen ich, meine Freunde und Familie viel zu kurz (nein, eigentlich hab ich alle arg vernachlässigt). Dann war ich die letzten Wochen damit beschäftigt, meinen Job hier abzuschliessen und die Folgen der Kündigung zu verarbeiten. Genau: verarbeiten. Denn die Kündigung hat viele Emotionen geweckt.

Wie zum Beispiel Zweifel. Ich hab eine Weile lang meine Entscheidung angezweifelt. Hab ich das Richtige getan? Hätte ich dem Job doch nicht noch eine weitere Chance geben sollen? In diesen Augenblicken hab ich dann eine Liste erstellt der positiven Dinge im Job und der negativen. Letztere überwogen immer. Also waren die Zweifel schnell wieder weg.

Dann stellte sich zwischendurch auch etwas Panik ein. Yep, nicht nur Angst, sondern Panik. Wie macht sich das im Lebenslauf? Werde ich je wieder einen (erfüllenden) Job in meinem Beruf finden (ich bin ja keine 20 Jahre alt mehr…). Was, wenn ich wieder in die Scheisse greife und nochmals einen Job an Land ziehe, der mich wieder so aufzehrt? Aber in diesem Bereich hab ich einen tollen Coach, der diese Panik schnell durch Perspektive und Zuversicht ersetzte.

Und dann war auch noch etwas Euphorie dabei. Jetzt bin ich ja bald frei. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin frei, meine Zeit so zu gestalten, wie’s mir passt. Ich bin frei, das zu tun, wonach mir ist und wo ich will. Ich bin frei, das zu tun, wozu ich gerade Lust hab. Und das ohne Rücksicht auf Arbeitszeiten, Projektpläne, Launen der Chefs etc. Das beflügelte meine Phantasie: Ich werde jetzt endlich nach Japan reisen! Und nach Schottland! Und ans Filmset von „Game of Thrones“! Und ich mach jetzt endlich die Platzreife (Golf). Und den Fotokurs, den ich schon seit Jahrhunderten auf der Todo-Liste habe. Und oh ja, dies und jenes, und dasda und jenesdort. Die Liste ist endlos (natürlich steht Jobsuche auch irgendwo drauf).

Nebst meiner Wunschliste haben sich aber auch interessante, konkrete Möglichkeiten für meine berufliche Zukunft ergeben. So wurde ich bereits für Freelance Arbeiten angefragt, ein gesponsortes Projekt steht mal als Grobidee im Raum, so wie auch die Selbständigkeit. Wirklich spannend. Umso mehr gönne ich mir jetzt den Luxus einer Auszeit. Denn die Freiheit, aus der grossen Anzahl an Möglichkeiten zu wählen, verlangt eine sorgfältige Abwägung. Also werde ich was extrem Frida Untypisches tun: Ich werde mir einen Plan zurecht legen.

Wobei, jetzt wo ich das schreibe denke ich „So nen Seich!“ (für Nichtschweizer: so n’Quatsch mit Sauce!). Lass ab von diesem linearen Denken! Von dieser „entweder oder“ Denke! Warum soll ich mich nur für eine Türe entschliessen? Warum nicht besser – wie beim Adventskalender – ein Türchen nach dem anderen öffnen und dann gucken, was sich dahinter verbirgt? Warum beschneide ich gleich von Anfang an meine neue, sprichwörtliche Wahlfreiheit? Eben!

Also auf zur ersten Türe! Mal gucken, welches Abenteuer, welche Erfahrung sich bietet. Spanned wird’s!

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